Was für mich schamanisches Reisen ist – und was nicht – Teil 1

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Schamanismus ist das für mich zu erkennen, dass alles beseelt ist – und alles miteinander verbunden…

Nur ist Dieses ein Teil, welches die Grundlage für schamanisches Wirken ausmacht. Denn nach dem Erkennen sollte es auch um eine erfolgreiche Kontaktaufnahme mit diesen Beseeltheiten gehen. Die Art und Weise, wie Dies bewerkstelligt werden kann, wird schamanische Reise genannt. Hilfreich ist es zumeist, Diese unter eines erfahrenen Reiseanleiters zu erlernen. Denn zuallererst sollte ein sicherer „Kontakt“ mit der Anderswelt stehen, dazu gehört auch ein persönlicher Zugang zu Dieser.

Erleichternd ist es aus meiner Sicht, mittels eines „Reiseinstrumentes“ wie Handtrommel, Rassel, Maultrommel, Didgeridoo, Klangschalen oder auch Gongs die Flüssigkeit, in welchem unsere Gehirne gelagert sind, um die 4 – 8 Herz „anschwingen“ zu lassen, damit wir „Träumen“ können, während wir „wach sind“. Die Wenigsten sind meiner Erfahrung nach befähigt, Theta (so nennen Neurologen und Psychologen diesen „Zustand“) in sich zu erzeugen, während sie im Wachzustand sind. Das geht nur, wenn Menschen fähig sind, bewusst in Tagesaktivitäten zu entspannen.

11406957_910267215697709_7829786661126737966_nWie gesagt, hilfreich ist es, ein Taktinstrument zu nutzen, welches physikalisch auf den Liquor (Gehirnflüssigkeit) einwirkt, dann zeigt sich innerhalb einer Minute der „Theta – Zustand“, also 4-8 Hz, bei absoluter Synchronisation (auf 2 Stellen hinter dem Komma) beider Hirn – Hemisphären (lässt sich mit jedem EEG-Gerät nachweisen). Dieser Rhythmus sollte dann monoton beibehalten werden, damit es nicht zu „Ablenkungen“ kommen kann…

Es gilt, die eigene Wahrnehmungsfähigkeit zu modifizieren, damit so eine Reise „am Verstand vorbeigehen“ kann, was Träume ja während des Schlafes machen. Und die Schwierigkeit ist demnach der eigene Verstand, der während des Wachseins natürlich „da“ ist. So gehört es zur aufmerksamen Vorbereitung, den eigenen Verstand darauf vorzubereiten, zwar da zu sein, nur halt „beobachtend“ und weniger „kommentierend“. Und da gibt es verschiedene Mechanismen, dieses zu implizieren, z.B. sich vorzustellen, dass der Verstand ein plappernder Affe sein, dem ich eine Banane aufpelle, um Diese ihm in den Mund zu stecken. Oder dem Verstand im „inneren Dialog“ zu sagen, dass Er nun beobachten möge. (Denn später brauche ich Ihn ja auch, um die Reiseergebnisse zu analysieren) 😉

Zu Reisevorbereitungen im Vorfeld gehören natürlich eine Reinigung mittels Rauch, abräuchern oder auch „smugden“ genannt, sowie das „Einladen der Geister“ und auch ein Eintrommeln, welches auch den eigenen Verstand darauf vorbereitet, dass etwas „Besonderes“ kommt. Diese Vorbereitungen helfen auch, selber anzukommen und den Stress des Alltages vor einer schamanischen Reise abzulegen.

Freya Odin rauch blWeiterhin kommt es auch auf die Reiseposition an. Diese ist durchaus vom Grad der eigenen Entspannungsfähigkeit abhängig. Zu Anfang empfiehlt es sich, eine bequeme, liegende Haltung einzunehmen. Nur besteht in dieser Positionierung die Möglichkeit, zu entspannt zu sein und innerhalb von Minuten zu entspannt zu sein und einzuschlafen. Dies ist zwar für den eigenen Anspruch ärgerlich, kann durchaus vorkommen. Eine weitere Möglichkeit ist das Sitzen, möglichst so, dass der eigene Körper aufrecht und entspannt sitzen kann, ohne auf Dauer irgendwelche „ablenkenden Signale“ zu senden.

Als Nächstes kommen wir zur Reiseabsicht. Eine recht formulierte Absicht bedingt eher ein gutes Reiseerlebnis! Recht formuliert bedeutet: Vermeidung von Konjunktiven und Verneinungen. Hätte, wollte, möchte, wenn und wäre haben nichts in einer Absichtserklärung zu suchen! Ebenso der Begriff Suche, dann besser „finden“, oder? Zu Beginn sollte als erste Absicht der Zugang zur Anderswelt oder nicht alltäglichen Wirklichkeit stehen, sowie die Finde nach dem eigenen Krafttier. So individuell Menschen sind, so individuell sind ihre Zugänge.

Klassische Zugänge sind Tunnel, welche über sämtliche Arten von „Erdlöchern“ zu erreichen sind: Tierbauten von Maus bis Dachs, Quellen, Bergwerksstollen uns sonstige Erdöffnungen, auch Baumwurzeln sind zum Hinunterklettern gut geeignet. Modernen Reisenden eröffnen sich Möglichkeiten wie vorher nicht vorhandene Türen im Keller oder Hinterwände von Schränken oder auch einen Sprung in den Brunnen… Kommt irgendwie bekannt vor? Klar! Narnia, Frau Holle und Alice im Wunderland lassen grüßen! Dies sind Reiseberichte in nicht alltägliche Wirklichkeiten. Auch die Black Pearl, welche kentert, bringt die Besatzung in eine andere Wirklichkeit… Oder in die alltägliche Wirklichkeit zurück. Auch durch den Nebel zu reisen kann positive Ergebnisse bringen. Auch ist es möglich ins Wasser zu gehen, sei es in einen See, Fluss oder auf dem Meeresgrund. Während einer schamanischen Reise kann unter Wasser und Erdoberfläche geatmet werden, denn der Körper ruht ja, während die Seele auf den „Flug“ geht…

374371_227950183936902_1804964908_nAuch hilft es, sich durchaus einen „Startplatz“ in der eigenen alltäglichen Wirklichkeit vorzustellen (wie den Liegeplatz auf der eigenen Terrasse oder Balkon, und zu Beginn der Reise sich gedanklich dort hin zu begeben und von dort aus zu starten. Die eigene Phantasie darf als „Anlasser“ genutzt werden und erleichtert das Anfangen. Was den Anfang erschweren kann, ist die eigene Anspruchshaltung! Im günstigsten Fall ist alles sofort in Technicolor und Dolby Surround, nur ist dies nicht der Normalfall.

Schamanisches Reisen ist kein Hochleistungssport!

(Zumindest nicht am Anfang des Reisen üben`s!)  😉

Es kann durchaus sein, dass bei den ersten Reisen der „innere Bildschirm“ dunkel bleibt oder das, was du meinst zu sehen, nur nebulös erscheint. Es ist genauso möglich, erst nur bunte Farben wahrzunehmen. Oder ein sehr schnelles Kaleidoskop von einzelnen, nicht unbedingt miteinander zusammenhängenden EInzelbildern. Wenn eben „nichts“ passiert ist, ist wirklich nichts passiert? Wir modernen Menschen erscheinen mir sehr auf das Visuelle fixiert. Nur haben wir auch noch andere Sinne, mit Denen wir wahrnehmen können, hören, riechen, fühlen, tasten… Eine schamanische Reise kann mit allen unseren Sinnen wahrgenommen werden, wenn wir uns deren bewusst sind. Nur ist es natürlich schwierig, entspannt aufmerksam zu sein, erst recht, wenn die Übung fehlt. Deshalb mein Wink: Dranbleiben, und möglichst in einer Trommelgruppe oder an schamanischen Trommelabenden üben… üben… üben…
An unseren Trommelabenden besteht auch die Möglichkeit einer so genannten „Huckepack-Reise“ falls nach einer gewissen Zahl von Reiseversuchen sich kein Ergebnis einstellen sollte), d.h. ein erfahrener Reisender reist mit dir zusammen und schaut, wie es bei Dir in „Echtzeit“ aussieht. Und gleicht das Wahrgenommene direkt mit dir ab, ohne jedesmal aus der Reise heraus zu müssen.

Erzwinge nichts am Anfang und vertraue auf die Weisheit der Andersweltlichen. Diese Spirits werden Dich leiten. Denn es wird dir nur das gezeigt, was du auch kennst. Die Geister schwingen sich auf dich und deine Fähigkeiten, so, wie du dich einzuschwingen vermagst.

 

­© Eliphaz Sept 2015

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