Was für mich schamanisches Reisen ist – und was nicht – Teil 3

Nachdem ich nun meine Sicht auf Zugang zur Anderswelt und den Erstkontakt zum eigenen Krafttier dargelegt habe, werde ich jetzt über Dinge schreiben, welche Schwierigkeiten beim Reisen lernen betreffen und wie Diesen aus meiner Sucht beizukommen ist.

Wald_Healing Das nicht „hinüberkommen“:

Da gibt es einige „Fehlerquellen“.

>   Die Ausgangslage des Körpers lenkt ab, dadurch fällt es schwer, in die Trance zu kommen.

>   Zu starke Entspannung, das Einschlafen nach ein paar Minuten.

Ersteres ist recht einfach zu Händeln, eine Änderung der eigenen Ruhelage bzw. das Lockern eines Gürtels ist innerhalb von Augenblicken bewerkstelligt. Bei Zweitem empfiehlt sich, die nächste Reise in sitzender Position anzugehen.

>   Die eigene Erwartungshaltung ist zu hoch, es wird innerlich gleich erwartet, alles in Technicolor und Dolby Surround zu erleben

>   Störender, kommentierender Eigendialog im eigenen Kopf.

Hier haben wir es mit dem eigenen Verstand zu tun, welcher uns in der AtW (Alltägliche Wirklichkeit) hervorragende Dienste liefert, bei der Andersweltreise jedoch uns kläglich versagen lassen kann! Unser Verstand hat sich auf Problemlösungen, welche die „Gegenständlichkeit“ betreffen, gewöhnt und genau aus dieser Gewohnheit her scheitert unser Verstand an der Betrachtung der NAW (Nicht alltägliche Wirklichkeit). Zum Einen erwartet der Verstand, dass sich unsere Vorstellungskraft auf bekannte Sinneseindrücke verlässt, weswegen wir denken, die Anderswelt müsse so gehen, wie es halt in unserem alltäglichen Leben „geht“, daher ist meist die Anspruchshaltung eine recht Hohe. Und ebenso stören dann „Kommentare“ wie: „Was machst du denn da? Dich auf auf deine Fantasie zu verlassen? Du siehst jetzt aber blöd aus… etc. … pp… „.

Ja, unser eigener Verstand bietet ein recht großes Störfeld! Und er ist schwer von uns selber zu dirigieren, denn ständig ist er in Bewegung und am analysieren, und wenn wir nicht aufpassen, auch ständig am sprechen. Und damit kann das Erleben einer schamanischen Reise sehr gestört werden. Und so habe ich es mit meinem Verstand „ausgemacht“, während der Reise nicht mehr als Kommentator, sondern als Beobachter zugegen zu sein. Denn ich brauche meinen Verstand ja später, d.h. nach der Reise. Es gibt verschiedene Tricks, die angewendet werden können:

  1. Stelle dir vor, dein Verstand ist wie ein Affe, der andauernd am Plappern ist. Da hilft es, sich eine Banane vorzustellen, diese aufzumachen und dem Affen zu reichen. Denn wer isst, der spricht nicht.
  2. Dem Verstand auf dem Weg in die Anderswelt einen Platz zum Ausruhen anbieten, wie z.B. eine Bank bei einer Galloway Rinder Weide.
  3. Oder halt den Verstand als Beobachter mitnehmen. Dann besteht natürlich auch die Chance, dass denn Dieser sich unterschiedlich „einschaltet“:
  • Als Kommentator
  • Als Bewerter
  • Als „Störer“…

Hier ist es wichtig, dem Verstand klar-zumachen, dass eine Reiseabsicht vorliegt und ich diese weiter verfolgen möchte. Der verstand soll sich dann seine „Fußnoten“ merken.

 

Jetzt zu Technicolor und Dolby Surround…

Hier zitiere ich aus Teil 1:

Es kann durchaus sein, dass bei den ersten Reisen der „innere Bildschirm“ dunkel bleibt oder das, was du meinst zu sehen, nur nebulös erscheint. Es ist genauso möglich, erst nur bunte Farben wahrzunehmen. Oder ein sehr schnelles Kaleidoskop von einzelnen, nicht unbedingt miteinander zusammenhängenden Einzelbildern. Wenn eben „nichts“ passiert ist, ist wirklich nichts passiert? Wir modernen Menschen erscheinen mir sehr auf das Visuelle fixiert. Nur haben wir auch noch andere Sinne, mit Denen wir wahrnehmen können, hören, riechen, fühlen, tasten… Eine schamanische Reise kann mit allen unseren Sinnen wahrgenommen werden, wenn wir uns deren bewusst sind. Nur ist es natürlich schwierig, entspannt aufmerksam zu sein, erst recht, wenn die Übung fehlt. Deshalb mein Wink: Dranbleiben, und möglichst in einer Trommelgruppe oder an schamanischen Trommelabenden üben… üben… üben… (Das kann ich nicht oft genug wiederholen!)
An unseren Trommelabenden besteht auch die Möglichkeit einer so genannten „Huckepack-Reise“ falls nach einer gewissen Zahl von Reiseversuchen sich kein Ergebnis einstellen sollte), d.h. ein erfahrener Reisender reist mit dir zusammen und schaut, wie es bei Dir in „Echtzeit“ aussieht. Und gleicht das Wahrgenommene direkt mit dir ab, ohne jedesmal aus der Reise heraus zu müssen.

Auf Schwierigkeiten mit dem Krafttier finden komme ich im nächsten Teil.

© Eliphaz Sept. 2015

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