September – Zeit der fallenden Äpfel…

Plopp… Mit einem satten Plopp landet wieder ein Apfel auf dem Gartenrasen. Die Sonne hat viele in ein Grün-rotes Kunstwerk verwandelt. Überaus viele Äpfel dies Jahr und kaum eine Pflaume. Dieses Geräusch lässt die innere Sehnsucht nach der Apfelinsel bei mir aufkommen.
Der Wind wird frischer und klammer die Morgen, die Nächte werden kühler, aber der Duft der übermannshohen Engelstrompeten bewegt sich jetzt erst so richtig über die Terrasse und lässt vom nächsten Sommer träumen.
Der Blick nach Süden zum Wiehengebirge zeigt einen feurigen Indian Summer in den Bergen, wobei jetzt die Kontraste zwischen Laub- Misch- und Nadelwald etwas für eine ausgedehnte Waldwanderung wären. Ebenso ein Danke-sagen an die Bäume, welche ich seit meiner Jugend – zwar „achtern Bierge“- kennen und schätzen gelernt habe, welche auf der hiesigen Seite von der Norddeutschen Tiefebene aus genauso langsam sich mit ihrer Bewusstheit mehr nach der Anderswelt begeben:

moor nebel 9

 

The Gate

In grünen Tiefen eines Waldes,
wo Eich und Buch liebvoll sich umarmten,
entstand vor langen Zeiten für Sehende ein Tor…

Gebrauch die rechten Worte
Uralter Sprachen, laut gedacht.
Gedanken lasse ab
vom alltäglichen Allerlei, werd leis, sei Weis!

Ein Tor auftun wird sich,
Wünschen zu entsprechen,
zu dem Zwecke dir
als Mensch von Bäumen dir gegeben,
die fühlen menschlich Leid…

Lass durch´s Tor Dich dann entführen,
Zukunft oder Vergangenheit
schau hinein – lass was dort,
durchschreite diesen transzendenten Ort…
Sei Weis, bleib leis!

Der Jungfrau/Waage Monat bringt ein sich fleißig Regen für den Ausgleich. Was jetzt noch geerntet wird muss über den Winter reichen. Zeit, innezuhalten bei der kommenden Tag/Nacht-Gleiche, dann ist Second Harvest, die „zweite Ernte“. Das Einbringen der Ernte fast geschafft – die Zeit der frischen Apfelstrudel und des Genusses der eigenen Äpfel in der Mittagpause ist jetzt, im September.
Erntedank!

Alban Elued,
das Licht über dem Wasser,
lässt den Sonnenaspekt und männliche Prinzip des Lugh einmal in ein Gleichgewicht zu der nahenden Dunkelheit mit dem weiblichen Prinzip der Cailleach gehen, bevor dieses Licht weiter im Westen auf der hohen See schwindet.
Ein Erntemahl als Dank, wurde für die Beteiligten an der Ernte ausgerichtet, es wurde gefeiert und es wurde ein Hahn getötet als Symbol für den Korngeist. Das letzte Büschel des stehenden Kornes wurde mittels Sichelwurf aus der Entfernung zu Fall gebracht, welches den Dorfbewohnern auch als Omen für die kommende Zeit diente.
Neben Essen und Trinken wurde getanzt, zumeist in feierlicher Form um Erntekränze oder Ährenpuppen. Die Pflanze zum Anlass ist der Wein, welcher schon relativ früh durch die Handelspfade der Hallstattzeit in den Norden fand, sei es in Amphoren oder auch selber als Pflanze. Die Ranke und die Traube versüssten die Vereinigung von Erde und Sommer.

Der September ist denn auch von Jahrmärkten, Prozessionen, Wallfahrten und Wettspielen geprägt. Hier gibt es den Blasheimer Markt, welcher der größte seine Art in Ostwestfalen ist, traditionell am ersten Wochenende im September. Gehalten hat sich ein riesengroßes Gewerbezelt mit davor gehaltenen Buden, wo der Bauer und die Hausfrau viel Nützliches und teilweise sonst weniger zu erstehende Haushaltsware erwerben kann.
So wird es denn Zeit, im September wichtige Dinge zum Abschluss zu bringen, was sich als weniger hilfreich erwiesen hat, abzugeben, um den benötigten Platz im heimischen Kreise zu schaffen, die Zeit zur Sammlung vor dem Neujahr, dem Safui.

 

Herzgruß!

Wolfgang Eliphaz

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