Buddhistischer Altar

Der Buddhistische Altar

In den buddhistischen Traditionen gibt es eine Vielzahl von Übungen und Ritualen, die mit dem Darbringen von Opferungen im Zusammenhang stehen und im täglichen Leben sowie bei Meditationen und religiösen Zeremonien eine verbreitete Anwendung finden. Diese Übungen dienen der Ansammlung von günstigen Bedingungen und der Beseitigung von Hindernissen und werden von Buddhisten in asiatischen Ländern mit großer Hingabe praktiziert. Jeder Buddhist verfügt über einen Hausaltar. Er ist der Ort der Verbindung zu den Ahnen und Spirituellen Führern. Oft sind sie einem oder auch mehreren Boddisatvas geweiht.

Die  wichtigste Grundlage des Altars besteht aus sieben Opferungsschalen, die symbolisch für die entsprechenden Opfergaben stehen

Wasser für den Mund,

Wasser für die Füße,

herrliche Blumen,

liebliches Räucherwerk,

strahlende Lichter,

duftendes Wasser,

verlockende Speisen

Die achte Opferung (Klang) wird durch rituelle Musikinstrumente dargestellt.

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Verschiede Gegenstände können sich auf einem buddhistischen Altar befinden.

In alphabetischer Reihenfolge

 Bumpa (tib.): Ritualvase oder heiliges Gefäß mit Pfauenfederfächer. Die Vase enthält Nektar (Skrt. Amrita, tib. Dütsi), der aus reinem Wasser oder Safranwasser besteht. Die vielen Augen der Federn repräsentieren die Erkenntnis der Weisheit.

Dadar (tib.): Pfeil oder Stab mit fünf farbigen Bändern, die die fünf Buddha-Familien symbolieren. Er wird z.B. in einem Ritual zur Langlebenspraxis verwendet. Durch die fünf Aspekte des Mandala sollen die verschiedenen Kräfte von Körper und Geist wiederhergestellt werden.

Damaru (tib.): zweiseitige Trommel, die die Lehre des Buddha verkündet. Sie wird vom spirituellen Lehrer oder von den Praktizierenden benutzt, um störende Einflüsse (Dämonen) zu vertreiben. Sie repräsentiert die Klänge des Dharma und ist eine Opferung von Musik. Eine besondere zweiseitige Trommel wird in der Praxis des Tschöd verwendet.

Gantha (Skrt.: Ritualglocke): symbolisiert die Weisheit der Verbindung von Methode und Mitgefühl. Sie repräsentiert das Verständnis der Leerheit und wird in Verbindung mit einem => Vajra verwendet.

Kapala (Skrt., Schädelschale): Schale, die mit Flüssigkeiten (Skrt. Amrita, tib. Dütsi: Nektar) gefüllt ist. Dieser Nektar repräsentiert die Weisheit der Leerheit. Eine Kapala ist häufig ein Attribut von Devas (tib. Yidam) und Dakinis (tib. Kandro), männlichen und weiblichen Schutz- und Meditations-Gottheiten.

Kristall (tib. Polam): in einer Reisschale als Symbol für die Natur des Geistes: Alle Dinge werden vom Kristall reflektiert, aber nichts ist wirklich; genauso wird alles im Geist reflektiert, ist aber nur eine illusionäre Wahrnehmung. Ein Kristall kann symbolisch während einer Einweihung (Skrt. Abhi­sheka, tib. Wang) verwendet werden. Manchmal benutzt man auch einen Spiegel, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft reflektiert werden.

Mala (Skrt.): Gebetskette mit 108 oder 111 Perlen, die zum Zählen von Mantras und Gebeten verwendet wird und aus unterschiedlichen Materialien bestehen kann.

Mandala (Skrt., tib. Kyil-khor): „Kreis“

  1. Opferungs-Mandala: dies besteht aus einer Basis und Ringen aus kostbarem Metall. Auf einem Tablett mit Reishäufchen oder einer gewölbten Basis mit drei Ringen, die mit Reis gefüllt sind, wird symbolisch das ganze Universum geopfert (Tschöpä-Mandala). Das Zentrum symbolisiert den kostbaren Berg Meru, der von den vier Kontinenten umgeben ist und auf denen sich zahlreiche weitere Opferungen befinden.

Das Opfer wird allen Objekten der Zuflucht dargebracht, auch wenn wir wissen, dass alle Gefühle, Gedanken, Schönheit und Opfergaben illusionäre Erscheinungen sind. Die Zufluchtsobjekte können ebenfalls durch eine entsprechende Anordnung von Reis oder in der Form von kunstvoll hergestellten Tormas symbolisiert werden (Drubpä-Mandala).

  1. symbolische Darstellung des Bereiches einer Gottheit als bildliche Darstellung, die z.B. auf Thangkas aufgemalt wird. Bei besonderen Einweihungen wird das Mandala aus gefärbtem Sand angefertigt.

Purba (tib.): dreischneidiger Ritualdolch, der die Vernichtung der drei Grundleidenschaften (Begierde, Hass und Unwissenheit) symbolisiert.

Schatzvase: eine Vase, die in einem speziellen Ritual mit kostbaren Substanzen gefüllt und gesegnet wurde.

Statuen (Skrt. Rupa: Körper): der physisch erkennbare Aspekt der Buddha-Aktivität wird symbolisiert durch Statuen, die aus Holz, Ton, Keramik oder verschiedenem Metall bestehen. Die Statue des Buddha (oder eine entsprechende Abbildung) oder eines Deva (tib. Yidam) wird in der Mitte des Altars als Symbol für den Körper des Buddha platziert und kann von anderen Abbildungen oder Statuen umgeben sein.

Stupa (Skrt., tib. Tschörten; Reliquienschrein): ein Miniatur-Stupa wird auf der linken Seite eines Altars platziert und symbolisiert den Geist des Buddha. Sie wird mit gesegneten Substanzen gefüllt. Sie kann auch außerhalb eines Meditationsraumes erbaut werden und stattliche Größen annehmen.

Texte (tib. Pecha): Durch die Sprache des Buddha wird seine Lehre (Dharma) verkündet. Sie wird durch eingebundene Texte symbolisiert, wie sie in tibetischen Klöstern aufbewahrt und verwendet werden. Diese werden normalerweise in parallelen Reihen zur Vorderseite des Altars arrangiert (mit der schmalen Seite nach vorn). Diese Heiligen Text sind eingehüllt in farbigem Stoff und werden rechts von der Mitte platziert.

Thangka (tib.) Rollbild: Abbildungen von buddhistischen Gottheiten, Mandalas und Symbolen, die auf Leinen gemalt sind, das mit Stoffen eingerahmt wird. Es lässt sich zusammenrollen, wobei ein dünnes Stofftuch zum Schutz der Malerei mit eingerollt wird, das beim Aufhängen an der Wand am oberen Bildrand zusammengefaltet wird.

Torma (tib. rituelle Opferkuchen): besonders hergestellte Gerstenmehl-Kuchen, die mit Ornamenten aus farbiger Butter verziert sind. Sie können verschiedene Gottheiten oder Opferungen symbolisieren.

Tschugtor (tib.): Ein spezieller Wasseropfer-Gefäßsatz, der z.B. verwendet wird, um die Nagas und bestimmte Götterklassen günstig zu stimmen und günstige Bedingungen für die Dharma-Praxis zu schaffen.

Vajra (Skrt., tib. Dordsche: Zepter, Donnerkeil): symbolisiert geschickte Mittel und Mitgefühl.