Metta-Bahavna

 

das grenzenlose Gefühl des Mitgefühls meine liebste Meditation.

Wir führen sie regelmäßig bei unseren Meditationabenden oder Reiki-Runden durch.

Metta Bahava

Wenn wir an Buddha denken, dann denken wir zuerst an Erleuchtung. Nur was es ist, weiß keiner so genau.  Es ist aber viel mehr als reine Wissen, es ist das Erkenntnis das wir alle sind in der Lage allumfassende Liebe zu entwickeln. Sie entsteht wenn wir bewusst und achtsam mit uns und unserem Umfeld umgehen. Der Geist ist wie bewegtes Wasser, erst wenn es ruhig ist, können wir uns darin spiegeln und erkennne. Meditation ist das ruhende Wasser des klaren Geistes. Wir bleiben einfach still und betrachten, ohne zu urteilen. Und wir machen noch mehr, wir werden uns bewusst was wir wollen und an – erkennen das wir ein Recht haben glücklich zu sein. Wir selbst und alle Wesen des ganzen Universum.
Das wünschen wir uns doch alle … und so ist diese Meditation nichts anders als ein Wunsch

1.Schritt: Der erste Schritt ist, Liebe zu sich selbst zu entwickeln. Das ist gar nicht so einfach. Wie oft denken wir lieber an andere als an uns selbst.  Wenn wir an uns selbst denken, da eher mit dem Gedanken der Unzulänglichkeit. Ich hätte .. ich sollte … ich darf nicht immer …..

In diesem Schritt denken wir erstmal nur an uns selbst. Fühle dich in dich ein. Gedanken und Emotionen kommen und gehen. Beobachte sie.  Versuche deine inneren Wünsche zu erspüren und dich ihrer Bewusst zu werden.

Was möchtest du in deinem Leben erreichen. Spürst du die Widerworte deine Geistes, das geht doch nicht … das kannst du nicht …

Richte dein Bewusstsein auf deinen Wunsch aus und erkenne das du das Recht hast glücklich zu sein. Es ist wichtig und gut, sich zu wünschen glücklich und gesund zu sein. Es ist notwendig, wenn du sich um sein eigene Wohl zu kümmern wenn du anderen helfen möchtest.

Wünsche es dir von ganzem Herzen:  „Möge ich glücklich sein!“ 

Spüre in dich hinein, was macht der Satz mit dir. Lass ihn ein Gefühl in dir entwickeln, mehr und mehr. Sei nett zu dir selbst. Tu dir was gutes. Gönn es dir.

Versuche es zu fühlen, du wirst merken das es gar nicht so schwer ist
Es mag sein, dass wir während der Übung Widerstände spüren, z.B. ob es denn in Ordnung sei, uns selbst Gutes zu wünschen. Vielleicht verwechseln wir diese Einstellung mit Egoismus, den wir ja gerade überwinden möchten. Tatsächlich ist es in manchen religiösen Traditionen verbreitet, sich selbst herabzusetzen, und manch einer mag von dieser Haltung stark geprägt sein. Von Frauen wird oft erwartet, dass sie sich um andere kümmern und die eigenen Bedürfnisse hintanstellen. Auch herrscht in der Leistungsgesellschaft die Vorstellung, man sei nur liebenswert, wenn man alles richtig macht und perfekt ist. Liebe dich mit all deinen Fehler, es ist ok.

Du verdienst es vom ganzen Herzen: „Möge ich glücklich sein!“

Wenn die Konzentration auf das Gefühl nachlässt, achte auf deinen Atem. Folgen mit deinem Gedanken ganz bewusst den Atemzügen und dann 

„Möge ich gesund und heiter sein!“ „Möge ich frei sein von Leiden und Gefahren!“ „Möge ich mich geborgen fühlen und Vertrauen haben!“ Möge mein Geist frei von Verwirrung und Verblendung sein!

 

  1. Schritt: Nahestehenden und Freunden Liebe schenken

Wir vergegenwärtigen uns eine vertraute Person, die wir für ihre Hilfsbereitschaft und ihre guten Eigenschaften freundschaftlich schätzen. Nicht geeignet am Anfang ist der Partner bzw. die Partnerin oder das eigene Kind, da sonst die Gefahr besteht, dass die Übung mit Anhaftung oder Ärger vermischt wird. Es empfiehlt sich, eine Person des eigenen Geschlechts und ungefähr des gleichen Alters zu wählen, weil die liebevolle Zuneigung dann am reinsten kultiviert werden kann.

Wir stellen uns diese Person möglichst plastisch vor und lassen ihre Ausstrahlung auf uns wirken, als wäre sie bei uns. Wir spüren ihren guten Eigenschaften nach und empfinden Wertschätzung und Nähe. Nun verdeutlichen wir uns, dass sie im Kern so fühlt, wie wir selbst. Sie wünscht sich Glück und Leidfreiheit wie wir. Auch stehen dieser Person die Mittel zur Verfügung, ein solches echtes Wohlsein zu erlangen.

Wir wünschen diesem Menschen von Herzen Glück und Leidfreiheit. Dazu können wir wieder die Sätze der liebenden Güte nutzen:

„Mögest du gesund und heiter sein!“ „Mögest du frei sein von Leiden und Gefahren!“ „Mögest du dich geborgen fühlen, Möge dein Geist frei von Verwirrung sein!“

Wenn wir wissen, was diese Person braucht, können wir uns gezielt vorstellen, dass sich ihr Wunsch erfüllt und uns darüber freuen.

Mit entspanntem und empfindsamem Geist verweilen wir in dieser wohlwollenden Haltung von Metta, die unser Herz befreit. Wir verbleiben darin, solange es uns angenehm ist. Am Ende denken wir, dass Licht vom Buddha ausgeht und Körper und Geist dieser Person anfüllt und sie daraufhin große Glückseligkeit erfährt.

Zum Abschluss der Übung lösen wir diese Vorstellungen auf. Wir verfolgen nochmals einige Atemzüge und kommen mit unserer Aufmerksamkeit zu unserem Körper und zur Außenwelt zurück. Wir können in den folgenden Meditationen weitere Freunde und Nahestehende heranziehen, um die Haltung der Liebe weiter einzuüben.

  1. Schritt: Liebe gegenüber Fremden entwickeln

Wenn wir Erfahrung von liebevoller Zuwendung mit Nahestehenden gemacht haben, erweitern wir im nächsten Schritt unsere Liebesfähigkeit. Dazu stellen wir uns jemanden vor, den wir kennen, aber mit dem wir bisher nicht näher bekannt waren. Dies kann eine Person sein, die uns in einem Laden oder Restaurant bedient, oder eine, die wir nur aus den Medien kennen.

Wir machen uns ihre Erscheinung deutlich und spüren in uns hinein. Wahrscheinlich bemerken wir ein Gefühl der Gleichgültigkeit, weil uns dieser Mensch persönlich weder genutzt noch geschadet hat. Nun machen wir uns deutlich, dass es sich bei diesem Menschen um ein fühlendes Wesen handelt, das genauso wie unsere Liebsten glücklich sein und nicht leiden möchte.

Es ist kein Argument, dass eine Person weniger wichtig ist, nur weil wir zufällig mit ihr in keiner engeren Beziehung stehen.

Das wäre eine sehr enge Sichtweise. Außerdem kann es durchaus sein, dass wir uns schon bald näher kennenlernen. So versuchen wir, zu dieser Person schrittweise ein Gefühl der Nahe hervorzubringen. Wir machen uns klar, dass dieser Mensch glücklich sein möchte und frei von Schmerz und Leiden wie wir selbst. Selbstverständlich hat auch er das Recht dazu, und es stehen ihm Mittel zur Verfügung. Vielleicht können wir auch erahnen, was diesen Menschen plagt und was er sich wünschen könnte.

Mit einer Haltung des Wohlwollens wenden wir uns dem Menschen bewusst zu und wünschen:

„Mögest du glücklich sein und frei von Leiden!“

Dann konkretisieren wir unsere guten Wünsche. So kann auch gegenüber einer ursprünglich recht entfernten Person ein Gefühl von Verbundenheit und Nähe entstehen. Darauf konzentrieren wir uns. Abschließend stellen wir uns vor, dass Licht vom Buddha auf diese Person herabkommt und sie in einen Zustand der Freude versetzt, der auch uns glücklich macht.
Liebe gedeiht auf der Basis von Gleichmut
Die Meditation zu einem Nahestehenden und zu einem Fremden kann in einer Sitzung ausgeführt werden. So weitet sich unsere Liebesfähigkeit langsam aus.

Wenn wir Metta mit engen Verwandten üben, müssen wir darauf achten, dass wir uns von Anhaftung frei machen. Denn es geht nur um die Bedürfnisse der anderen Person, nicht um unsere eigenen Interessen. Solange unsere Liebe mit egozentrischen Erwägungen behaftet ist, bleibt sie beschrankt und wechselhaft. Sobald jemand etwas tut, was uns nicht gefällt, oder sich von uns abwendet, kann Zuneigung sogar zu Abneigung werden, wie es in vielen romantischen Liebesbeziehungen vorkommt.

Nur wenn wir uns ganz von den Erwägungen des persönlichen Nutzens und Schadens lösen, wird die Metta-Meditation zu einer wirklich religiösen Übung.

Dazu brauchen wir als Basis den Gleichmut, also die Erkenntnis, dass uns alle Wesen gleich nahe stehen. Nur so ist eine stabile Liebe gegenüber allen Wesen denkbar. Jesus und Buddha haben diese Haltung gelebt, indem sie gerade schwachen und unheilsam agierenden Menschen gegenüber ihre heilende Hinwendung zeigten.

Im täglichen Leben ist es normal, dass wir einigen Personen näher stehen als anderen. Das ändert aber nichts an unserem wohlwollenden Verhalten den anderen gegenüber. Tatsächlich ist der Bereich der „Fremden“ zahlenmäßig die größte Gruppe, wir sollten dieser daher große Beachtung schenken.

  1. Schritt: Liebende Güte für schwierige Menschen

Die höchste und anspruchsvollste Stufe der Metta-Meditation ist es, schwierige Menschen, die wir vielleicht sogar als unsere Feinde wahrnehmen, in unser Mitgefühl aufzunehmen.

Zuerst aktivieren wir unser Mitgefühl mit uns selbst und den Nahestehenden. Dann stellen wir uns eine Person vor, von der wir meinen, dass sie uns Leiden zugefügt hat. In dem Ausmaß, wie wir es im Moment ertragen, lassen wir vor dem inneren Auge die belastenden Erfahrungen der Vergangenheit aufsteigen. Wir spüren unseren Widerwillen und Groll gegenüber dieser Person und den Geschehnissen.

Der erste Schritt ist die Vergebung.

Wir versuchen nun, unserem Denken eine Wendung zu geben. Wir machen uns klar, dass die verhasste Person leidet. Ihr schädliches Verhalten ist ein deutlicher Hinweis auf innere Konflikte. Dieser Mensch ist ungeschickt bei der Suche nach Glück.

Es ist sehr hilfreich, zwischen der Person, die Mitgefühl braucht, und ihren negativen Antriebskräften, die es zu überwinden gilt, zu unterscheiden.

Neben ihren Unzulänglichkeiten hat sie sicher auch Qualitäten, die wir bisher – gefangen in unserem einseitig negativen Bild – nicht wahrgenommen haben. Wir können uns ihre positiven Eigenschaften ins Bewusstsein rufen. Weiter machen wir uns die eigenen Anteile an der problematischen Beziehung deutlich. Vielleicht haben wir den anderen missachtet, beleidigt oder verletzt.

Im Zusammenhang mit Karma sind unsere Erfahrungen von unseren eigenen karmischen Anlagen abhängig, die wir in der Vergangenheit durch Taten und Gedanken gesetzt haben.

Eine Veränderung der Beziehung ist möglich, wenn eine Seite den ersten Schritt zur Versöhnung macht. Auch im politischen Leben kam es dazu, dass Völker, die verfeindet waren, durch mutige Schritte der Versöhnung heute befreundet sind. Dank der Buddhanatur kann sich jeder Mensch wandeln.

Durch diese und ähnliche Betrachtungen in der Meditation kann es uns gelingen, die Härte des Geistes aufzuweichen, bis wir bereit sind, innerlich den Satz zu formulieren:

„Ich verzeihe dir.“

Wir stellen uns vor, dass unser Gegenüber diese Botschaft aufnimmt und darüber sehr erfreut ist und dass es gelingt, eine Atmosphäre der Freundlichkeit zu schaffen, auch wenn wir das in der realen Beziehung zunächst noch nicht umsetzen können.

Der nächste Schritt: die Übung von liebender Gute mit dem Widersacher.

Eine andere Variante ist folgende: Wir stellen uns einen Menschen vor, mit dem uns eine schwierige Beziehung verbindet. Es kann hilfreich sein, sich diesen Menschen als kleines Kind vorzustellen oder als alten, kranken Menschen. Wir machen uns bewusst: Dieser Mensch möchte glücklich sein und nicht das geringste Leiden erleben.

Wir versuchen den Wunsch zu entwickeln: „Mögest du Glück erleben und Ursachen des Glücks ansammeln.“

Es mag sein, dass es uns nicht möglich ist, diesem Menschen ein wohlwollendes Gefühl entgegen zu bringen. Wir nehmen das Gefühl von Abneigung, Feindseligkeit oder Distanz in uns wahr. Wir führen uns vor Augen, dass dieser Mensch leidet. Vielleicht nehmen wir ein offensichtliches Leiden wahr: psychische Probleme, Körperliche Leiden usw., oder wir machen uns die Grundleiden bewusst, denen jeder Mensch ausgesetzt ist: Altern, Krankheit, Trennung und Tod. Er hat keine Freiheit über das, was er erlebt.

Wir entwickeln den Wunsch: „Mögest du dich vom Leiden und von allen Leidensursachen befreien.“

Wir üben so, wie es unseren Fähigkeiten im Moment entspricht. Falls wir kein von Herzen kommendes Mitgefühl entwickeln können, belassen wir es dabei und machen das Wunschgebet: Möge ich irgendwann in der Lage sein, diesem Menschen Mitgefühl entgegen zu bringen. Wir stellen uns vor, dass von den Zufluchtsobjekten Segen ausströmt, der diese Person befriedet und auch unsere Fähigkeit stärkt, den Groll loszulassen und Mitgefühl zu empfinden. Wir konzentrieren uns noch eine Zeit lang auf den so gewonnen Geisteszustand und spüren, wie die Kraft dieser Meditation den Geist von alten Wunden heilt und das Herz öffnet.